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20 Jahre Pierre-Auger-Observatorium


Mehr als 200 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Gäste aus der ganzen Welt haben am Wochenende das 20-jährige Bestehen des Pierre Auger-Observatoriums in Malargüe in Argentinien gefeiert. Das KIT ist eine der aktivsten unter den rund 80 beteiligten Institutionen, bis 2021 stellt sie mit Professor Dr. Ralph Engel den Sprecher des internationalen Großexperiments. Mit ihm nahmen Professor Dr. Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung, Professor Dr. Johannes Blümer, Leiter des Bereichs V – Mathematik und Physik, sowie rund 30 Forscherinnen und Forscher, Doktorandinnen und Doktoranden des KIT an der Feier teil.

500 Forscherinnen und Forscher aus 15 Ländern sind an dem internationalen Großexperiment beteiligt, das auf einem 3000 Quadratkilometer großen Feld in der argentinischen Provinz Mendoza, circa 1400 Meter über Meereshöhe, die Energien kosmischer Strahlung misst. Das geschieht zum einen mit Hilfe von 1600 über das Feld verteilten Detektoren: zwölf Kubikmeter große Tanks, die mit Wasser gefüllt sind. Im Tankdeckel befinden sich drei Photomultiplier, spezielle Elektronenröhren, die Strahlung aus Teilchenschauern registrieren. Zudem umfasst das Großexperiment vier Stationen mit jeweils sechs Teleskopen. die das Feld der Tanks überblicken. Sie registrieren Fluoreszenzlicht, das durch den Schauer in der Atmosphäre erzeugt wird. Zu den großen Erfolgen des Observatoriums zählt die Erkenntnis, dass die Teilchen der kosmischen Strahlung schwerer sind als angenommen und nicht nur aus Protonen höchster Energie bestehen.

Neben einer Fahrt in das Feld zu Detektoren und Stationen gehörte zu der dreitägigen Feier ein Symposium in einem Tagungszentrum nahe dem Bürogebäude des Observatoriums. Dabei standen Geschichte und Zukunft des Großexperiments im Blickpunkt. Im November 2015 hatten die Partner im Pierre Auger-Projekt eine Vereinbarung zu Organisation, Management und Finanzierung des Betriebs des Observatoriums unterzeichnet, die bis 2025 gilt. Unmittelbar danach begannen die Arbeiten an einer Ausweitung und Verbesserung des Experiments unter dem Namen „AugerPrime“. Sie umfassen eine längere Einsatzzeit der Teleskope am Abend und am Morgen und im Besonderen das Anbringen von Szintillatoren an jeden Tank, Plastikkörper, die Teilchen registrieren und eine höhere Messgenauigkeit ermöglichen.

Das Pierre Auger-Observatorium nahm wie in jedem Jahr an dem Umzug teil, den die Stadt Malargüe veranstaltet und bei dem Schulen, Vereine und andere Gruppen aus der Stadt sich zeigen. Das ist nur ein Beleg dafür, wie sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Großexperiments in der lokalen Gemeinschaft engagieren. Zum Programm der Geburtstagsfeier gehörte auch eine Science Fair, bei der Schülerinnen und Schüler ihre ersten Forschungsprojekte vorstellten.