International Affairs

Strategische Partnerschaft zwischen dem KIT und der argentinischen Universidad Nacional de San Martín

Das Pierre-Auger-Observatorium in Malargüe (Provinz Mendoza, Argentinien) ist seit über 20 Jahren ein Leuchtturm in der Astroteilchenphysik. Hier arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 17 Ländern zusammen, um die Geheimnisse der energiereichen kosmischen Strahlung zu erforschen. Das KIT ist maßgeblich an dem 3.000 Quadratkilometer großen Detektorsystem beteiligt, das die energiereichsten Teilchen aus der kosmischen Strahlung erfasst, um ihre Art, Herkunft und Ausbreitung über Millionen von Lichtjahren zu verstehen.

Im Rahmen des Pierre-Auger-Projekts ist eine nachhaltige wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem KIT und der Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) in Buenos Aires entstanden. Aus dem seit 2014 bestehenden und sehr erfolgreichen Double Doctoral degree in Astrophysics (DDAp) zwischen dem KIT und der UNSAM ist 2018 die Idee einer Strategischen Partnerschaft UNSAM-KIT (SPUK) entstanden. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Forschungskooperation über die Astroteilchenphysik hinaus weiter auszubauen und auf verschiedene gemeinsame Forschungsfelder auszudehnen, wie beispielsweise Sensor- und Detektortechnologie, theoretische Teilchen- und Festkörperphysik/Quantenmaterialien, Nanotechnologie, Geowissenschaften, Biomaterialien, Nuklearsicherheit, Energie, Städtische Planung und Bürgerwissenschaften. Aus diesem Anlass fand im November 2018 eine Fact Finding Mission des KIT nach Buenos Aires an die UNSAM statt, an der sich Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Instituten sowie Bereichsleiter und Dekane des KIT beteiligt haben, um ihre counterparts an der UNSAM kennenzulernen und Kooperationspotenziale auszuloten. Aus 13 anfänglichen Projektideen sind mittlerweile 18 Anbahnungsprojekte zu diesen verschiedenen Forschungsfeldern initiiert worden, die durch den Strategiefonds des KIT gefördert werden.

Ein binationales Zentrum mit einem Büro des KIT in Buenos Aires soll als strategischer Hub die wissenschaftlichen Aktivitäten zwischen dem KIT und ganz Lateinamerika vernetzen. Zusätzlich zum bereits bestehenden Doppelpromotionsprogramm in Astroteilchenphysik gibt es seit 2020 ein weiteres Programm mit der UNSAM, nämlich das Double Doctoral degree in Electrical Engineering and Information Technology (DDEIT). 
Der Strategiefonds soll den Partnern bis Ende 2021 einen Anschub geben, ihre anfänglichen Kontakte zu vertiefen und Strukturen zu schaffen, damit die Projekte in SPUK nach einer Startphase ab etwa 2022 gemeinsam weitere Drittmittel generieren können.

Die Initiative geht auf Prof. Dr. Johannes Blümer (Bereichsleiter V) zurück und wird nach seiner Emeritierung ab Oktober 2020 durch die Bereichsleitung V fortgeführt.

 
Kontakt: 
Marie-Christine Mundt (Bereich V)
Pascale Kohler (INTL) [mit neuem Link]
Irma Mantilla (INTL) [mit neuem Link]

SPUK wird finanziert durch den Strategiefonds des Präsidiums. Der Strategiefonds des Präsidiums unterstützt Projekte in einem frühen Stadium, für die aus anderen Finanzierungsquellen noch keine Mittel zur Verfügung stehen. Die maximale Fördersumme beträgt bis zu 2,5 Millionen Euro pro Einzelmaßnahme. Das Präsidium möchte damit die strategische Weiterentwicklung des KIT vorantreiben und neue Akzente in Forschung, Lehre und Innovation setzen. Wesentliche Auswahlkriterien für eine Bewilligung sind die Bedeutung für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des KIT und die wissenschaftliche Qualität. Die Projekte werden zeitlich befristet gefördert. Es können Personal-, Sach- und Investitionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Anträge können über die Bereichsleitungen oder über das Präsidium bei der DE Strategische Entwicklung und Kommunikation (SEK) eingereicht werden. Über die Förderungen entscheidet in der Regel zweimal jährlich das Präsidium.