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Reality Check, Architekturbuch zwischen Gegenwart und Zukunft

Das Jahrbuch der KIT-Fakultät für Architektur 2018 fragt: Warum bauen wir? Wie bauen wir? Und für wen bauen wir? In einer facettenreichen Darstellung von architektonischem Können bietet jedes Projekt einzigartige Antworten auf diese Fragen.
Baustelle in Indien

Das Jahrbuch 2018 der KIT-Fakultät Architektur „Reality Check“ veranschaulicht die die Fähigkeiten der Studierenden und der Lehrenden in Architektur und Kunst. Das zweisprachige Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Diskurs, Bildessay und Dokumentation.

Im Abschnitt „Diskurs“ beschreiben elf Autorinnen und Autoren ihre Gedanken zu dem Thema „Reality Check“: Wie viel Praxis brauchen wir? Im Vorwort des Jahrbuches heißt es: „Interessant dabei ist die unterschiedliche Auseinandersetzung mit dem Thema – sie reicht von der persönlichen Erfahrung Studierender mit praxisnahen Projekten während des Studiums über die Darlegung und Diskussion eigener Lehrkonzepte und -veranstaltungen durch Dozent*innen bis hin zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen mit der Fragestellung.“

Ein im „Diskurs“ vorgestelltes Projekt, das zwei Studenten der Engineers Without Borders (EWB) haben, beschäftigte sich mit der Verbesserung der Lebenssituation in dem indischen Dorf Hudisahi. In nachhaltiger Bauweisen entwickelten die Studenten ein autarkes Gemeinschaftszentrum, das mit Sonnenkollektoren, einer Überdachung, Sanitäranlagen und mehreren Biogasanlagen ausgestattet war. Es dauerte sechs Wochen, um das Gemeinschaftszentrum zu errichten. Eine der Studentinnen, Natasha Steiner, schreibt: „Ich habe das erste Mal wirklich erfahren, was es bedeutet, ein Gebäude zu bauen.“ Das bedeutete nicht nur die Fertigstellung eines Blueprints oder Modells, sondern die Veränderung der Umgebung: Es sei besonders erfreulich gewesen für sie zu sehen, wie ihr Projekt das indische Dorf und seine Gemeinschaft bereichert habe.

Im „Bildessay“ sind Fotos von den Modellen Frei Ottos zu sehen. “Ein besonderes Highlight”, heißt es im  Vorwort, “welches gleichzeitig auf den großartigen Fundus des zur KIT-Fakultät für Architektur gehörigen Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau (saai) verweist.”

Der Abschnitt „Dokumente“ bietet eine große Auswahl an Kursen und ausgewählten Forschungsprojekten, die das vielfältige Themenspektrum der Institute und anderen Abteilungen der Fakultät aufzeigen:  „Er spiegelt Inhalte u.a. aus historischen und geisteswissenschaftlichen, gestalterisch-kreativen sowie ingenieurtechnischen und planerischen Fächer wider und vereint einen Fundus an disziplinspezifischem Wissen mit einer Vielzahl an Kompetenzen und Fähigkeiten“, so das Vorwort.         

Ein weiteres im Abschnitt „Dokumente“ beschriebenes Projekt trägt den Titel  „Dreisam-Boulevard Freiburg“ und zielt darauf ab, das Viertel Dreisam in die Hauptachse der Stadt Freiburg zu integrieren. Die Schüler wollen einen ansonsten vergessenen Fluss neu entdecken und ihn in eine offene Wasserstraße für die Öffentlichkeit verwandeln. Ergebnis wäre nicht nur eine schöne Uferpromenade, sondern auch die Verbindung von zuvor isolierten Bereichen der Stadt.

Das Buch dokumentiert Projekte aus dem Zeitraum von April 2017 bis März 2018.

Eoin Schnell